Morgens, wenn wie heute die Sonne scheint, gehen Amigo und ich am liebsten spazieren.
Unsere Route ist dann immer die selbe, rauf zum Gottes-Acker, wie ich getauft habe, dort wo die Sonne am besten hinkommt. Ich kann euch sagen, dass tut echt gut, gerade an den kalten Wintertagen. Wobei, was ist eigentlich ein normaler Wintertag ? Auch ich kann schon meinen Stiefenkeln etwas vom Schnee zu Weihnachten erzählen. Naja, dafür hat es Ostern geschneit…Happy Eastern.
Zurück zum Acker. Ackern, also arbeiten kommt danach. Wir gehen dann immer so eine Runde, macht summasummarum ca.20 Minuten, je nachdem.
Tja, und das Jenachdem macht Inge mit Luna oder meine andere Nachbarin mit Bonnie aus.
Hier im Dorf mit 8 Häusern gibt es, laßt mich rechnen, 5 Hunde und davon können sich schon mal alle 5 zufällig treffen, wenn nicht sogar noch Ramses dazu kommt, denn der kommt mit seinem älteren Herrchen, der ca. 70 ist und immer Blaumann trägt, hier jeden Tag mit dem Fahrrad vorbei. Nicht Ramses, sein Herrchen. Ramses läuft neben her und hat sogar nichts von dem wirklichen Ramses. Dieser zieht nicht nur buchstäblich den Schwanz ein, wenn ich mit meinem Amigo komme, sondern er hat sogar keinen mehr, ähm, will meinen, er ist kastriert.
Amigo natürlich nicht und ebenso wenig sein Herrchen. Also laufen wir beiden Vollblutmänner morgens unsere Runde. Heute kam uns Inge mit Luna entgegen. Inge ist ca. 50 Jahre alt und braucht seit ihrem 10. Lebensjahr, dank Kinderlähmung, einen Rollstuhl. Sie ist Amigo`s Tagesmutter, wenn ich 1 Mal im Monat ins Ausland muß.
Luna ist Amigo`s junge Freundin. Zwar eine Generation jünger als mein alter “Herr”, aber die beiden verstehen sich prima und fordern sich bis aufs Letzte. Klar hat Amigo auch schon anzubändeln versucht, aber was soll man(n) machen, alles ist heute kastriert, sterilisiert oder anders gepolt Also auch da keine Chance.
Ein kurzer Plausch und dann gingen wir weiter. Heute kam uns Bonnie mit Frauchen nicht entgegen. Manchmal gehen wir sogar gemeinsam und es gibt kaum Augenblicke, wo ich 20 Minuten nur so zuhören brauche wie in diesen. Während Bonnie, eine sehr junge und verspielte Hundedame, noch “ganz”, wie ein Pflummi an mir und Amigo hoch und runter springt, mal da hin düst, mal hier hin düst, redet Frauchen, auch noch “jung”, also in meinem Alter und auch noch “ganz”, pausenlos vor sich hin. Ich kann nicht sagen, dass mir das missfällt, aber ich staune doch immer wieder wie unterschiedlich die Menschen doch sind. In ihrem Fall, meine ich, die Ursache Ihres unentwegten Redens in der Nervosität ergründet zu haben, was natürlich mit mir zu tun hat und ein solch schmeichelnder Grund sein könnte, dass ich ihn mal als wahr einstufe.
Aber wie schon gesagt, heute war nicht ein solcher Tag, an dem die beiden uns begegnet sind. Wir schlossen unsere Runde ab und nun sitze ich hier und schreibe meinen alltäglichen Morgen nieder.
Und wie es weiter geht erfahrt ihr dann wieder morgen ![]()