Beruf=Berufung ? Schön wärs.
Aber was ist Berufung weiter ? Fühlte ich mich mit 41 auf einmal berufen mein Leben vollkommen ändern zu wollen ? Und wofür genau fühlte ich mich berufen ?
Damals steckte ich wirklich in der berühmten Midlife-Crises. Meine damalige Therapeutin, und sah nur so einen Ausweg wieder einen klaren Blick zu bekommen, meinte, es erwischt jeden, aber zu völlig unterschiedlichen Zeiten. Es könnte mit 30 sein, aber auch mit 50. Tja, und dann kommt die Sinn-Frage “War es das jetzt ? War das alles ? ” Bei mir war aber dann nicht die Lösung das Motorrad, die Lederjacke, der Jeansanzug oder eine Tätowierung. Bei mir war es mehr, kein oberfächliches Make up, es mußte schon der wirkliche Wechsel sein, zu Lasten meiner damaligen Frau. Achja, und wer sich das schon die ganze Zeit gefragt hat… ich habe keine leiblichen Kinder. In so fern war alles schon etwas einfacher.
Von dem deutschen Unterhaltsrecht für Ehepartner ohne Kinder halte ich trotzdem nichts. Wenn eine Beziehung vorbei ist, ist sie vorbei. Auch in finanzieller Hinsicht, aber davon ein anderes Mal.
Heute bin ich nun Einzelgänger, Einsiedler, hab mich fast in den stillsten Winkel Norddeutschlands verzogen. Wenn ja wenn, da nicht der jetzige Job und das weltweite Internet wären.
Kann man eigentlich heute noch so richtig verschwinden ? Vielleicht wäre Kanada eine Alternative oder irgendein Buschvölkchen.
Träume, jeder hat Träume, also unerfüllte WÜnsche. Wie lauten eure ? Habt ihr sie erfüllen können ? Und ich meine keine matriellen ! Kein Reihenhaus, kein Porsche vor der Tür … Ich meine schon den Reichtum, aber eben den anderen.
Ich wünschte mir irgendwann für mich sein zu können, eine kleine gemütliche Wohnung, nur für mich. Nach 13 Jahren Beziehung mal für mich zu sein. Die Seele mal wieder hören zu können. Nicht immer aufräumen zu müssen, den Staubsauger mal ne Woche nicht zu benutzen, zu essen wann man Lust dazu hat, den Tagesablauf nach Lust und Laune zu gestalten und einfach da sitzen zu können und niemand sagt was. Geld spielt dabei keine Rolle. Da braucht man nur so viel um nicht zu verhungern und nicht zu verwahrlosen. Und das alles habe ich nun seit über 3 Jahren. Natürlich gab es Hochs und Tiefs. Natürlich kommt irgendwann der Wunsch wieder nach Zweisamkeit, nach Nähe. Natürlich denkt man manchmal zurück an die bequemeren und luxuriöseren Tage, an den Lebenskomfort, den erarbeiteten Wohlstand.
Aber dann kommen auch die Gefühle wieder auf wie es denn damals war. Wurde man davon glücklicher ?
Wer einmal einsam gelebt hat, der weiß wie man dann in sich hineinhört, wenn alles um einen herum verstummt. Nur in der Stille erfährt man mehr über sich. Nur in der Stille übt nichts und niemand störenden Einfluß aus. Und nur in der Stille findet man auch den Glauben wieder.
Warum, woran und wie, dass erzähle ich das nächste Mal …