… den Autoführerschein bestand ich locker. Dank meines Vaters ging es schon bei der ersten bezahlten Fahrstunde auf die Autobahn. Ich hasste die Fahrschüler, die mit Schleichen die anderen Verkehrsteilnehmer aufhielten, also verhielt ich mich so, als wenn ich schon immer einen Führerschein besessen hätte und hielt mit dem normalen Verkehrsfluß mit. Der Motorrad-Führerschein war da schon schwerer, den ein Mofa zu fahren war doch noch etwas anderes, als dieses schwere Teil unter dem Hintern zu haben. Ich erinnere mich noch an die vorgeschriebene Autobahnfahrt, die natürlich, weil Winter war, in eisest Kälte stattfinden mußte. 3 lange Unterhosen und 1 Lederhose reichten nicht, um nicht zu frieren. Die Fahrt verlief recht gut, bís, ja bis es wieder herunter ging. Kaum kam die Kurve der Abfahrt, kaum drosselte ich das Tempo war Schluß mit Lustig. Bei ca. 40 Stundenkilometer, Schnee, bitterer Kälte und eisiger Fahrbahn wurd ich schlagartig blind. Mein Visier war erbarmungslos. Alles beschlagen und ich bekam ein bischen die Panik. Gut, also Visier hochmachen, in der Kurve, als Fahranfänger… Naja, es hatte irgendwie geklappt. Bei der Prüfung ein paar Wochen später ging es durch die Stadt. Das Wetter war noch nicht besser, überall lag Schnee und es gab vereiste Pfützen. Auf der einen, in einer Nebenstraße, schaltete ich einen Gang herunter und mein Hinterrad gefiel das auf dem Eis so gar nicht. Mit äußerster Mühe fing ich die Machschine unter mir, mit dem seitlich wegdrifftenden Rad ab. Der Prüfer hatte es zum Glück nicht gesehen. Die Prüfung bestand ich, vorbildlich, nach katastrophalen Fahrstunden. Mein Fahrlehrer weiß wahrscheinlich bis heute noch nicht wie dem geschah.
Nun war ich vollmotorisiert, gesponsort von meinen Eltern. Papa und Mama sei Dank.
Ein Auto besaß ich deshalb noch nicht und ein Motorrad auch nicht. Das letztere sollte sich aber 1987 ändern.
Als ich 1986 die Hochschule verließ bewarb ich mich dank Arbeitsplatznot in der Uni Oldenburg für das Fach Raumplanung. Ich wurde genommen und mußt nun fast täglich von Bremen nach Oldenburg. Dank Vati und seinem roten Audi 80 fiel mir das nicht schwer. Er borgte ihn mir hin und wieder was ich zu würdigen wußte. Es ging auch immer gut, bis auf das eine Mal. Als ich Bremen fast verließ mußte ich über eine Kreuzung und übersah dabei, dass ein Radfahrer Vorfahrt hatte. Mit Volldampf raste er in die Beifahrertür. Die Panik war groß bei mir, weil ja nicht mein Fahrzeug. Ich stieg aus und stellte zu meiner Erleichterung fest, dass es sich um einen jungen Jungen handelte. Hier hatte ich nun gute Chancen halbwegs gut davon zu kommen. Ich schaute mir den Schaden an und sah außer einer Beule in der Fahrertür nichts was auf eine Verletzung des Jungen oder auf eine Beschädigung seine Fahrrades hindeutete.
So überredete ich den Jungen es beim Schreck bewenden zu lassen und konnte ohne Anzeige oder anderes wieder von dannen fahren. Mein Problem war jetzt mein Vater und sein geliebtes, behütetes Auto. Wie sollte ich ihm das erzählen ohne keinen Ärger zu bekommen.
Ich wußte keinen Rat und stellte das Auto einfach und kommentarlos in die Garage. Wenn er es bemerkte, wollte ich sagen, dass ich es nicht bemerkt habe und wohl auf dem Parkplatz der Uni passiert sein muß.
Er bemerkte es und war außer sich vor Zorn und Enttäuschung. Meine Erklärung konnte oder wollte er auch nicht glauben. Ich hielt dagegen und bestärkte verbal meine erfundene Vermutung. Und doch prallte es von ihm ab, zu groß war seine Enttäuschung. Und ich, ich bekam ein schlechtes Gewissen. Ich weiß nicht, ob am selben oder am nächsten Tag, auf jeden Fall wuchs in ir der Drang zu beichten, ihm die Wahrheit zu erzählen. So tat ich es dann auch und erzählte wie alles wirklich geschah und warum ich zunächst gelogen hatte. es wurde dadurch nicht schlimmer und es gelang mir auch, durch einen damaligen Freund, dass dessen Versicherung den Schaden übernahm. Dafür war ich ihm sehr dankbar und mein Vater wieder ein wenig versöhnt. Das Auto durfte ich, entgegen meiner Vermutung, danach trotzdem wieder nutzen.
Von dem Freund, der mir mit seiner Versicherung damals half, hatte ich nachher jedoch weniger Gutes zu erwarten. Doch das geschah erst ein paar Jahre später. Diesen “Freund” lernte ich als Nicht-Fußballer damals im Sportverein kennen zu dem mein Bruder mich mitnahme. Dieser Freund war dort Betreuer einer 1 E-Jugend und hatte noch keinen zweiten Mann an seiner Seite. Nach kurzem Plaudern und Kennenlernen wurde ich sein 2.Mann und freute mich auf die Arbeit mit den Jungs. Zuvor hatte ich mit meinem Bruder zusammen die 3. F-Jugend. Wer sich damit auskennt, weiß das die F-Jugend entweder mit 20 “Mann” dem Ball hinterher läuft oder aber, weil vom Trainer befohlen, laufen nur wenige und die anderen bleiben wie angewachsen auf dem Punkt stehen, auf den ihr Trainer sie vorher beordert hatte. An den Ball gingen sie nur, wenn zufällig der ballführende Gegner an Ihnen vorbei kam. Das war in der 1.E anders, da gab es 9-10 jährige Jungs die wußten wie man mit dem Ball umgehen kann und diese waren dabei sogar in der Lage taktische Dinge umzusetzen. Wir waren gemäßigt erfolgreich in dieser gemeinsamen Zeit.
Mit den Maßnahmen und Vorgaben des Betreuers war ich nicht besonders oft einverstanden. Am liebsten hätte ich damals die Mannschaft selber geführt. Dieser Zeitpunkt sollte kommen…
Doch zunächst wurden der Trainer und ich mehr und mehr Freunde. Wir unterhielten uns viel und natürlich auch in beruflicher Hinsicht. Eines Tages hatte er eine Idee, die mich faszinierte. Er hatte die Vision eines Flughafentaxis, eines Unternehmens, dass nur dafür da ist Menschen von Zuhause zu den Charterflughäfen zu bringen und natürlich auch von dort wieder abzuholen. DAS gab es damals noch nicht und erschien mir wie eine Goldgrube.
Ob es wirklich eine war und was aus dieser Idee, nebst “Freund” wurde, davon nächstes Mal mehr.